Die bundesweit agierenden Freundeskreise für
Suchtkrankenhilfe verstehen sich als Selbsthilfegruppe von und für Menschen, die von Alkohol
und/oder anderen Suchtmitteln abhängig sind.
Entstanden ist der erste Freundeskreis 1956 in Württemberg, als ehemalige Patienten
aus Fachkrankenhäusern der Diakonie sich in einer Selbsthilfebewegung zusammenschlossen,
in der persönliche Beziehungen und Freundschaften den Mittelpunkt bildeten.
Diese Gemeinschaft von Gleichen unter Gleichen ist seitdem bis heute gekennzeichnet von
gegenseitiger Wertschätzung, offener Zuwendung und Verständnis für den anderen.
Durch die dadurch entstehende Stabilisierung der eigenen Persönlichkeit kann die Grundlage
zum Erlangen dauerhafter Abstinenz geschaffen werden.
Die mittlerweile ca. 860
Freundeskreise in ganz Deutschland (und damit ca. 16000 Betroffene und Angehörige) sind über
15 Landesverbände in einem seit 1978 bestehenden Bundesverband mit Sitz in Kassel organisiert.
Dieser eingetragene Verein ist Mitglied im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen
Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und in der Deutschen Hauptstelle gegen die
Suchtgefahren. |
Viele Freundeskreisler haben eine Entziehung oder Therapie hinter
sich. Die Erfahrungen, die dabei gemacht wurden, sowie die Schwierigkeiten aber
auch die Freuden eines trockenen Lebens werden durch die regelmäßigen Besuche
eines Freundeskreises im Bewußtsein gehalten. Das sich gegenseitige Stützen im
Alltag soll durch ein echtes Leben des Begriffs „Freundeskreis“ ermöglicht
werden, wobei das Wissen um die Sucht an Betroffene weitergegeben wird, die
sich von ihrer Abhängigkeit befreien wollen.
Die Grundprinzipien der Freundeskreise, die
gleichzeitig feste Werte einer jeder Selbsthilfegruppenarbeit sind, lauten: Freiwilligkeit, Selbstbetroffenheit, Gleichberechtigung,
Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.
Die Freundeskreise kennen keine schriftliche Verpflichtung zur
Abstinenz. Vielmehr soll der Schritt in ein abstinentes Leben aufgrund einer
freien Entscheidung des Betroffenen und seiner Angehörigen geschehen. Die
Freundeskreisarbeit ist nicht konfessionell gebunden, richtet sich aber an
christlichen Grundwerten aus.
Das Leitbild der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe umfaßt neun
prägnante Punkte: 1. Wir setzen auf persönliche Beziehungen
2. Wir sehen den ganzen Menschen
3. Wir verstehen uns als Selbsthilfegruppen
4. Wir begleiten in eine zufriedene Abstinenz
5. Wir kämpfen gegen Alkohol- und anderen Suchtmittelmissbrauch
6. Wir leisten ehrenamtliche Hilfe
7. Wir sind auch für die Angehörigen Suchtkranker da
8. Wir arbeiten im Verbund der Suchtkrankenhilfe
9. Wir sind Freundeskreise |
Betroffene und Angehörige haben in Nürnberg
viermal in der Woche die Gelegenheit eine sogenannte Stammgruppe (Montag, Mittwoch,
Donnerstag und Freitag ab 19.00 Uhr) im Gebäude der AWO, Speyererstr. 16a aufzusuchen;
einmal im Monat trifft sich eine Frauenrunde sowie eine Männergruppe zum Gespräch über
Themen, die möglicherweise in der gemischten Gruppe nicht zur Sprache kämen und zweimal im Monat
treffen sich Junge und Junggebliebene.
Der Freundeskreis
Nürnberg unterhält Kontakte zu Ärzten, Suchtberatungsstellenund Fachkliniken, fachlich
geschulte Suchtkrankenhelfer stehen den Gruppen beratend zur Seite. Es ist
selbstverständlich, dass an außenstehende Personen keinerlei Auskünfte über
Gruppenteilnehmer erteilt werden.
Freizeitaktivitäten wie beispielsweise
Grillfest, Wanderungen oder alkoholfreie Silvester- und Faschingsbälle helfen das
Gemeinschaftsgefühl zu stärken und zeigen dem Betroffenen Lebensqualität ohne Suchtmittel. |